Der Herzinfarkt oder Myokardinfarkt ist eine akute und lebensbedrohliche Erkrankung des . Eine in der gebräuchliche Abkürzung ist AMI (acute myocardial infarction). Es handelt sich um Absterben oder Gewebsuntergang () von Teilen des (Myokard) auf Grund einer Durchblutungsstörung (), die in der Regel länger als 20 Minuten besteht. des Herzinfarktes ist ein plötzlich auftretender, mehr als 20 Minuten anhaltender und meist starker im Brustbereich, der in die , , und ausstrahlen kann. Er wird oft von Schweißausbrüchen, Übelkeit und evtl. Erbrechen begleitet. Allerdings treten bei etwa 25aller Herzinfarkte nur geringe oder keine Beschwerden auf. Im Gegensatz zum -Anfall kommt es beim Herzinfarkt immer zum kompletten Gewebsuntergang eines Teils des Herzmuskels, in den meisten Fällen durch in einer veränderten Engstelle eines . In der Akutphase eines Herzinfarktes treten häufig gefährliche auf. Auch kleinere Infarkte führen nicht selten über zum , etwa 30aller Todesfälle beim Herzinfarkt ereignen sich vor jeder Laienhilfe oder medizinischen Therapie. Der Artikel behandelt den Myokardinfarkt beim Menschen, sind gesondert am Schluss beschrieben. Myokardinfarkt (2) der Vorderwandspitze nach Verschluss (1) des vorderen absteigenden Astes der linken Kranzarterie (LCA). Schematische Darstellung. Epidemiologie Der Herzinfarkt ist eine der Haupttodesursachen in den Industrienationen. Die Inzidenz beträgt in Österreich/Deutschland etwa 300 Infarkte jährlich pro 100.000 Einwohner (in Japan <100; Mittelmeer, Schweiz, Frankreich <200; 300-400 in Skandinavien; 400-500 in England, Ungarn), in Deutschland erleiden jedes Jahr etwa 280.000 Menschen einen Herzinfarkt. Laut Todesursachenstatistik des Statistischen Bundesamtes starben in Deutschland im Jahr 2003 fast 65.000[1] , im Jahr 2004 fast 62.000 Menschen an einem akuten Herzinfarkt. Somit lag der akute Herzinfarkt 2004 an zweiter Stelle der Todesursachen in Deutschland. Terminologie und Pathologie Das Verständnis vom Herzinfarkt hat sich in den letzten 30 Jahren grundlegend gewandelt. Neue - und haben wichtige Erkenntnisse zur besonders der ersten Stunden nach Beginn der beigetragen und die Definition und des Herzinfarktes verändert. Terminologie Eine in jeder Situation gültige Definition des Herzinfarktes existiert nicht. Allgemein ist akzeptiert, dass der Begriff Herzinfarkt den Zelltod von Herzmuskelzellen auf Grund einer länger dauernden Durchblutungsstörung () beschreibt. Schwieriger ist die Frage, welche Kriterien für einen solchen Zelltod zu Grunde gelegt werden. Die eingesetzten Messinstrumente unterscheiden sich teilweise erheblich: der definiert den Infarkt anhand von Symptomen und -Veränderungen, der zusätzlich mit Hilfe von , der ausschließlich auf der Grundlage von oder seltener auch Gewebeveränderungen und der schließlich meist unter Verwendung von mehr oder weniger exakten Todesursachenstatistiken (vgl. ) oder Entlassungsdiagnosen der Krankenhäuser. Terminologie des Akuten Koronarsyndroms Erläuterungen im Text Bei länger als 20 Minuten anhaltenden infarkttypischen Brustschmerzen wird zunächst von einem gesprochen, was die Möglichkeit eines Herzinfarktes einschließt. Wenn sich dann in einem möglichst rasch anzufertigenden (EKG) Hebungen der ST-Strecke (vgl. ) zeigen, so wird der Begriff ST-Hebungsinfarkt (Abk. STEMI für ST-elevation myocardial infarction) verwandt. Bei Patienten ohne eine solche ST-Hebung kann erst nach drei bis vier Stunden mit Hilfe von Laboruntersuchungen zwischen Nicht-ST-Hebungsinfarkt (Abk. NSTEMI für Non-ST-elevation myocardial infarction) und instabiler unterschieden werden. Während in den für Deutschland gültigen Leitlinien STEMI und NSTEMI als endgültige Diagnosen angesehen werden, unterscheiden die US-amerikanischen Leitlinien zwischen Q-wave myocardial infarction (Qw MI) und Non-Q-wave myocardial infarction (NQMI) als abschließender Diagnose. Diese Unterscheidung zwischen transmuralen (die gesamte Dicke der Wandschicht des Herzens betreffend) und nicht-transmuralen Myokardinfarkten ist auch in den deutschsprachigen Ländern gebräuchlich und wird anhand von Veränderungen des QRS-Komplexes im EKG getroffen, die in der Regel erst nach zwölf Stunden, oft auch erst nach einem Tag, erkennbar sind. Pathophysiologie Die Mehrzahl der Herzinfarkte entsteht im Rahmen einer (KHK). Wie alle akuten Koronarsyndrome beim Menschen werden sie fast immer durch eine plötzliche Minderdurchblutung in einem Herzkranzgefäß hervorgerufen, die auf eine Gefäßveränderung mit zusätzlichen Blutgerinnseln („Koronarthrombose“) zurückzuführen ist und von einer krampfartigen Gefäßverengung (Koronarspasmus) begleitet sein kann. Das sich daraus entwickelnde Krankheitsbild hängt von der Lokalisation, der Schwere und der Dauer der Durchblutungsstörung des Herzmuskels ab. Bei ST-Hebungsinfarkten zeigt sich im akuten Stadium bei über 90ein durch Blutgerinnsel () verschlossenes . Bei NSTEMI sind nur in etwa 50der Fälle Thromben in den Kranzgefäßen nachweisbar. 65-75der ST-Hebungsinfarkte entstehen durch die Ruptur eines „vulnerablen“ Plaques, also dem Einriss der dünnen Kappe einer entzündlich veränderten reichen Gefäßwandveränderung. Etwa 75der Infarkte entstehen an nur leicht oder mittelgradig veränderten Abschnitten der Herzkranzgefäße. Deutlich seltener ist ein Herzinfarkt Folge einer anderen Erkrankung. In Frage kommen Verschlüsse der Herzkranzgefäße durch andere Ursachen wie langanhaltende „Verkrampfungen“ () bei und bei einer oder einer . Auch Blutungen oder Tumoren am Herzen sowie Einrisse der Gefäßinnenwand (Intima) bei einer können zum Verschluss eines Kranzgefäßes und damit zum Herzinfarkt führen. Wenn seine Blutzufuhr komplett unterbrochen ist, beginnt der Herzmuskel nach 15-30abzusterben. Dieser Vorgang der Infarzierung beginnt innen, in der den Herzkammern zugewandten Schicht, und setzt sich zeitabhängig nach außen, zum Herzbeutel hin, fort. Risikofaktoren Hauptrisikofaktoren für Herzinfarkte sind Alter, , Fettstoffwechselstörungen (insbesondere erniedrigtes HDL- und erhöhtes LDL-), (Zuckerkrankheit), sowie eine erbliche Veranlagung. Weitere Risikofaktoren sind , und . Ein erhöhter Blutspiegel von (Hyperhomocysteinämie) ist ebenfalls ein unabhängiger Risikofaktor, die verfügbaren Therapieansätze zur Senkung des Homocysteinspiegels führen allerdings nicht zu einer Senkung des kardiovaskulären Risikos. Ob der regelmäßige Konsum von wenig das Herzinfarktrisiko senkt, ist umstritten. Beim Alkoholkonsum jedenfalls steigt das Risiko von Herzinfarkten und anderen schweren Erkrankungen. Auslösende Faktoren für einen Infarkt können plötzliche Belastungen und Stress-Situationen mit starken Blutdruckschwankungen sein, 40 % aller Infarkte ereignen sich in den frühen Morgenstunden (zwischen 6 und 10 Uhr). Die meisten Infarkte treten montags auf, erstaunlicherweise auch bei Rentnern nach dem 60. Lebensjahr. Die meisten Patienten klagen über Brustschmerzen unterschiedlicher Stärke und Qualität. Typisch ist ein starkes Druckgefühl hinter dem Brustbein () oder Engegefühl im ganzen Brustkorb (als ob „jemand auf einem sitzen würde“). Auch stechende oder reißende Schmerzen werden beschrieben. Die Schmerzen können in die Arme (häufiger links), den Hals, die Schulter, den Oberbauch oder den Rücken ausstrahlen. Oft wird von einem „Vernichtungsschmerz“ gesprochen, der mit , Übelkeit und Angstgefühl („Todesangst“) einher geht. Im Gegensatz zum -Anfall bessern sich diese Beschwerden nicht durch Anwendung von . Klinische Zeichen Die Befunde der sind variabel, sie reichen vom Normalbefund eines unbeeinträchtigten Patienten bis hin zum bewusstlosen Patienten mit einem Herz-Kreislauf-Stillstand. Eindeutige des Herzinfarktes gibt es zwar nicht, typisch aber ist der Gesamteindruck eines schmerzgeplagten Patienten mit Blässe, ängstlich wirkendem Gesichtsausdruck, Erbrechen und Schweißneigung. Andere Befunde weisen bereits auf eingetretene Komplikationen hin: Pulsunregelmäßigkeiten auf die beim Infarkt häufigen , Pulsbeschleunigung, beim Abhören () neben den zwei normalen ein dritter Herzton und Rasselgeräusche über der Lunge sowie auf eine Pumpschwäche des Herzens (), auf eine , eine (Perikarditis) oder eine Ventrikelruptur (Herzkammerriss) und Kollaps, Bewusstlosigkeit und Herz-Kreislaufstillstand auf schwerwiegende Rhythmusstörungen wie , oder . Technische Befunde Elektrokardiogramm EKG bei akutem Hinterwandinfarkt. Die Pfeile weisen auf deutliche ST-Strecken-Hebungen in den Ableitungen II, III und aVF. Das wichtigste Untersuchungsverfahren bei Infarktverdacht ist das . Im Akutstadium treten gelegentlich Überhöhungen der T-Wellen (vgl. ) und häufig Veränderungen der ST-Strecke auf, wobei ST-Strecken-Hebungen auf den kompletten Verschluss eines Herzkranzgefäßes hinweisen. Im weiteren Verlauf kommt es nach etwa einem Tag oft zu einer „Negativierung“ (Ausschlag unterhalb der sogenannten Nulllinie) von T-Wellen. Veränderungen des QRS-Komplexes weisen in dieser Phase auf eine transmurale Infarzierung hin, einen Gewebsuntergang, der alle Wandschichten des Herzmuskels betrifft. Diese QRS-Veränderungen bleiben in der Regel lebenslang sichtbar und werden oft als „Infarktnarbe“ bezeichnet. Auch für die Erkennung und Beurteilung von als häufige Komplikationen eines Infarktes ist das EKG von entscheidender Bedeutung. Um , und in der Akutphase so rasch wie möglich erkennen und ggf. behandeln zu können, wird in der Akutphase eine kontinuierliche EKG-Überwachung (EKG-) durchgeführt. Im Anschluss an die Akutphase dient ein der Beurteilung der Belastbarkeit und Erkennung fortbestehender Durchblutungsstörungen des Herzmuskels, ein der Aufdeckung anderweitig unbemerkter Herzrhythmusstörungen. Laboruntersuchungen Typischer Verlauf der Blutkonzentration von kardialem Troponin und CK-MB nach einem ST-Hebungsinfarkt Als so genannte werden und andere bezeichnet, die von absterbenden Herzmuskelzellen freigesetzt werden. Sie sind im Blut nach einem Herzinfarkt in erhöhter Konzentration messbar. Die klassischen und bis Anfang der 1990er-Jahre einzigen Biomarker sind die (CK), deren CK-MB, die (AST, meist noch als GOT abgekürzt) und die (LDH). Hinzugekommen sind seither das und das (Troponin T und Troponin I, oft abgekürzt als „Trop“). Der neueste Biomarker ist die BB (GPBB). Dieser Biomarker ist herzspezifisch und ein Frühmarker.
Die Messung der Blutkonzentrationen dieser Biomarker wird meist in regelmäßigen Abständen wiederholt, da Anstieg, höchster Wert und Abfall der Konzentration Rückschlüsse auf den Zeitpunkt des Infarktbeginns, die Größe des Herzinfarktes und den Erfolg der Therapie erlauben. Bildgebende Verfahren Die Ultraschalluntersuchung des Herzens () zeigt beim Herzinfarkt eine Wandbewegungsstörung im betroffenen Herzmuskelbereich. Da das Ausmaß dieser Wandbewegungsstörung für die des Patienten sehr wichtig ist, wird die Untersuchung bei fast allen Infarktpatienten durchgeführt. In der Akutphase liefert die Echokardiografie bei diagnostischen Unsicherheiten und Komplikationen wichtige Zusatzinformationen, weil sie hilft, die Pumpfunktion und evtl. Einrisse (Ruptur) des Herzmuskels, Schlussunfähigkeiten der Mitralklappe () und Flüssigkeitsansammlungen im Herzbeutel () zuverlässig zu beurteilen. Die Gefäßdarstellung () der Herzkranzgefäße im Rahmen einer erlaubt den direkten Nachweis von Verschlüssen und Verengungen. Sie wird entweder so früh wie möglich als Notfall-Untersuchung zur Vorbereitung einer (vgl. ) oder im weiteren Verlauf bei Hinweisen auf fortbestehende Durchblutungsstörungen des Herzmuskels durchgeführt. Diagnostik Die Diagnose Herzinfarkt wird gestellt, wenn einer der so genannten „Biomarker“ (vorzugshalber , ersatzweise ) im Blut erhöht und mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt ist: typische EKG-Veränderungen oder typische Brustschmerzen oder unlängst durchgeführte Intervention an einem Herzkranzgefäß (beispielsweise eine ). Die Blutkonzentration der Biomarker und steigt allerdings erst nach drei bis sechs Stunden an, so dass eine verlässliche Diagnose bisher erst nach vier bis sechs Stunden möglich war. Neuesten Studien zufolge kann nun eine schnellere und spezifischere Diagnose mittels des neu entdeckten Herzmarkers BB () zeitnah erfolgen. Bereits ab der ersten Stunde kann durch GPBB ein Herzinfarkt diagnostiziert werden, so dass die Gefahr der irreversiblen Schädigung des Herzgewebes eingedämmt werden kann. In dieser Akutphase ist das wichtigste Untersuchungsverfahren ein so schnell wie möglich angefertigtes . Beim Nachweis von ST-Strecken-Hebungen wird mit einer diagnostischen Sicherheit von über 95von einem Infarkt ausgegangen und die entsprechende Behandlung möglichst unverzüglich eingeleitet. Zeigt das EKG hingegen ST-Strecken-Senkungen oder keine Veränderungen, so kann ein Infarkt anhand der Biomarker erst sechs Stunden nach Beginn der Symptome mit Sicherheit ausgeschlossen oder bestätigt werden. Bei diagnostischer Unsicherheit in dieser Phase kann der Nachweis einer Wandbewegungsstörung in der Echokardiografie helfen, die Wahrscheinlichkeit und das Ausmaß eines Infarktes besser einzuschätzen. Differentialdiagnose Wegen der möglicherweise weitreichenden Konsequenzen, wurde die Verdachtsdiagnose Herzinfarkt früher oft gestellt, in der Akutsituation mussten dann die , , , anderer Ursache, , , oder auch berücksichtigt werden. Nur bei etwa 32 % der Patienten mit Infarktverdacht fand sich tatsächlich ein Herzinfarkt. Heute wird der Begriff Infarkt bis zu seinem definitiven Nachweis meist vermieden und stattdessen vom gesprochen, um der häufigen diagnostischen Unsicherheit in den ersten Stunden Ausdruck zu verleihen. Auch die Infarktdiagnostik ist mit möglichen Fehlern behaftet: Bei einigen Patienten (in einer Untersuchung 0,8vor allem bei älteren Patienten und solchen mit , wird auch im Krankenhaus der Infarkt nicht richtig erkannt. Therapie Erste Hilfe Die ersten Minuten und Stunden eines Herzinfarktes sind für den Patienten von entscheidender Bedeutung. Die Gefahr des durch ist in der ersten Stunde am größten. Nur ein schnell bereitstehender kann dann den Tod des Patienten verhindern. Innerhalb der ersten Stunde (der so genannten goldenen Stunde oder golden hour) bestehen gute Aussichten, den Infarkt durch eine oder fast vollständig zu verhindern. Daher steht die unverzügliche Alarmierung des an erster Stelle der für Laien sinnvollen Maßnahmen. Die empfiehlt für diese Situation: Nicht warten Rettungsdienst über die Rufnummer 112 (oder die örtliche Notrufnummer) alarmieren und Verdacht auf Herzinfarkt äußern Nicht selbst mit dem Auto in die Klinik fahren Medizinische Erstversorgung Das des konzentriert sich zunächst auf eine möglichst rasche Erkennung von Akutgefährdung und Komplikationen. Dazu gehört eine zügige mit Blutdruckmessung und von Herz und Lunge. Nur ein schnell angefertigtes lässt den ST-Hebungsinfarkt erkennen und erlaubt die Einleitung der dann dringlichen Lysetherapie oder Katheterbehandlung. Um Herzrhythmusstörungen sofort erkennen zu können, wird eine kontinuierliche EKG-Überwachung (Rhythmusmonitoring) begonnen und zur Medikamentengabe eine angelegt. Die medikamentöse Therapie zielt in der Akutsituation auf eine möglichst optimale Sauerstoffversorgung des Herzens, die Schmerzbekämpfung und eine Vermeidung weiterer Blutgerinnselbildung. Verabreicht werden in der Regel über eine Nasensonde oder Maske, und , sowie . In speziellen Situationen und bei Komplikationen können weitere Medikamente erforderlich sein. Zur Beruhigung () beispielsweise wie (beispielsweise Valium®) oder (beispielsweise Dormicum®), bei Reaktion , bei Übelkeit oder Erbrechen (beispielsweise ), bei trotz Schmerzfreiheit und fehlenden Zeichen der Linksherzinsuffizienz (beispielsweise ) und bei kardiogenem Schock die Gabe von . Reperfusionstherapie Angiografie der rechten Herzkranzarterie (RCA) bei akutem Hinterwandinfarkt. Li.: RCA verschlossen, Re.: RCA nach Ballondilatation offen Vordringliches Therapieziel beim ST-Hebungsinfarkt ist die möglichst rasche Eröffnung des betroffenen und in dieser Situation meist verschlossenen . Diese Wiederherstellung der Durchblutung im Infarktgebiet wird Reperfusionstherapie genannt. Je früher diese erfolgt, um so besser kann eine Infarktausdehnung verhindert werden. Gelingt es, die Reperfusionstherapie bereits in der ersten Stunde nach Infarkteintritt anzuwenden, so können viele dieser Infarkte sogar verhindert werden. Als Reperfusionstherapie sind zwei Behandlungsverfahren etabliert: Primär- (auch Direkt-PTCA oder Primär-PTCA): mechanische Öffnung (Rekanalisation) des Gefäßes mit anschließender und implantation mittels Herzkatheter. Lysetherapie oder : intravenöse Gabe eines gerinnselauflösenden Medikamentes. Dieses Thrombolytikum kann vom bereits am Einsatzort verabreicht werden (prästationäre Lyse) und führt durch frühen Behandlungsbeginn zu besseren Ergebnissen als eine Therapieeinleitung im Krankenhaus. Bei gleichzeitiger Verfügbarkeit ist die Primär-PCI in einem erfahrenen Zentrum die bevorzugte Strategie. Da aber weniger als 20der deutschen Krankenhäuser über die Möglichkeit zur Primär-PCI verfügen, muss die Entscheidung zur optimalen Therapie im Einzelfall getroffen werden. Viele Notärzte sind mit 12-Kanal-EKG-Geräten und Medikamenten für eine Lysetherapie ausgerüstet, so dass sie heute sofort nach Diagnosestellung in Abhängigkeit von der Infarktdauer, dem Patientenzustand, der Verfügbarkeit eines erfahrenen Herzkatheterteams und der Transportentfernung die bestmögliche Reperfusionstherapie auswählen können. Bei Nicht-ST-Hebungsinfarkten (NSTEMI) ist ein Nutzen der unverzüglichen Reperfusionstherapie nicht belegt, eine Lysetherapie ist . Ob und zu welchem Zeitpunkt eine Herzkatheteruntersuchung erforderlich ist, ist trotz vieler Studien zu diesem Thema strittig. Die vorherrschende und auch in den Leitlinien der kardiologischen Fachgesellschaften verankerte Empfehlung sieht eine „frühe Intervention“ innerhalb von 48 Stunden vor. Erneute Diskussionen sind durch eine weitere im Herbst 2005 veröffentlichte Studie entstanden, die bei 1200 Patienten mit NSTEMI kein höheres Risiko fand, wenn die Intervention nur bei Patienten mit anhaltenden Beschwerden erfolgte. Weitere Behandlung Im Krankenhaus werden Infarktpatienten wegen möglicher in der Akutphase auf einer oder Überwachungsstation behandelt, wo eine kontinuierliche EKG-Überwachung (Monitoring) möglich ist. Bei einem unkompliziertem Verlauf können sie oft bereits am Folgetag Schritt für Schritt und nach fünf bis acht Tagen entlassen werden. Patienten mit großen Infarkten, die zu einer Pumpschwäche () des Herzmuskels geführt haben, benötigen manchmal bis zu drei Wochen, um die gewohnten Alltagsaktivitäten wieder aufnehmen zu können. Im Anschluss an die Krankenhausbehandlung wird in Deutschland oft eine ambulante oder stationäre empfohlen. Diese meist drei Wochen dauernde Maßnahme soll durch Krankengymnastik (), dosiertes körperliches Training, Schulungsmaßnahmen und psychosoziale Betreuung eine möglichst gute und vollständige Wiedereingliederung in den Alltag ermöglichen. Nach einem Herzinfarkt ist bei den meisten Patienten eine lebenslange medikamentöse Therapie sinnvoll, die Komplikationen wie Herzrhythmusstörungen und sowie erneuten Herzinfarkten vorbeugt. Dazu zählt die Therapie mit , , , und bei einigen Patienten (Plavix® oder Iscover®). Nach dem Auftreten von großen Vorderwandinfarkten kann es (<50%) zur in der linken Schlagkammer kommen, die die Gefahr eines Hirninfarktes nach sich ziehen können. Sollten sich echokardiografisch Thromben nachweisen lassen wird meist eine mehrmonatige Antikoagulanientherapie (®) durchgeführt. Besondere Aufmerksamkeit erfordern die Risikofaktoren, die die Lebenserwartung der Infarktpatienten erheblich beeinträchtigen können. Vorteilhaft sind strikter Nikotinverzicht und eine optimale Einstellung von Blutdruck, Blutzucker und Blutfettwerten. Neben der Normalisierung des Lebenswandels, dem Stressabbau und der Gewichtsnormalisierung spielen eine gesunde Ernährung und regelmäßiges körperliches nach ärztlicher Empfehlung dabei eine wesentliche Rolle. Seit den 1990er-Jahren werden Versuche unternommen, die Pumpfunktion des Herzmuskels nach einem Herzinfarkt durch positiv zu beeinflussen. Dabei werden verschiedene Techniken eingesetzt, unter anderem die Injektion von Stammzellen, die aus Blut oder Knochenmark gewonnen werden, in das betroffene Herzkranzgefäß (intrakoronar, mittels Herzkatheter). Auch die Injektion von granulocyte-colony stimulating factor (), der die Stammzellproduktion fördert, wird untersucht. Mehrere in den Jahren 2004 bis 2006 veröffentlichte weisen darauf hin, dass die intrakoronare Anwendung von Knochenmarks-Stammzellen die Pumpfunktion tatsächlich verbessern kann, die alleinige Gabe von G-CSF hingegen keinen Vorteil bringt. Ein weiterer, in jüngerer Zeit in präklinischen Studien verfolgter Therapieansatz ist der Einsatz von , wie Fibroblast-like Growth Factor (-1), Insuline-like Growth Factors () und Vascular Endothelial Growth Factor (), die die Gefäßneubildung () anregen. Krankheitsverlauf und Prognose Die ersten beiden Stunden nach Eintritt eines Herzinfarktes sind zumindest bei einem ST-Hebungsinfarkt (STEMI) für den weiteren Verlauf und die Überlebenschance des Patienten von entscheidender Bedeutung, weil sich die Mehrzahl der Todesfälle, die in der Regel durch verursacht sind, in diesem kurzen Zeitraum ereignet und eine während dieser Zeit eingeleitete Reperfusionstherapie die maßgeblich beeinflusst. Die Akutsterblichkeit jener Patienten, die im Krankenhaus aufgenommen werden, beträgt heute in verschiedenen Untersuchungen zwischen weniger als 10und knapp 12 %. Weiterhin stirbt aber fast ein Drittel aller Patienten vor Aufnahme in einer Klinik, so dass die Einjahressterblichkeit aller Infarktpatienten in den letzten 30nahezu unverändert bei etwa 50verblieben ist. Die Sterblichkeit im Zusammenhang mit einem Herzinfarkt wird vom Alter des Patienten stark beeinflusst. Aus dem Berliner Herzinfarktregister wurde für die Jahre 1999 bis 2003 bei über 75-jährigen eine Krankenhaussterblichkeit von 23,9bei jüngeren Patienten von 7,3ermittelt. Literatur Zipes DP et al. (Hrsg.): Braunwald's Heart Disease: A Textbook of Cardiovascular Medicine. 7. Auflage. W.B. Saunders Company, Philadelphia 2004. . Arntz HR: Prähospitale Versorgung von Patienten mit akutem ST-Streckenhebungsinfarkt. Z Kardiol (2004) 93:915–916. ( als PDF-Datei). Hamm CW: Leitlinien: Akutes Koronarsyndrom (ACS) - Teil 2: Akutes Koronarsyndrom mit ST-Hebung. Z Kardiol (2004) 93:324–341. ( als PDF-Datei).
Ðåôåðàòû ïî èíîñòðàííûì ÿçûêàìDer Herzinfarkt oder Myokardinfarkt ist eine akute und lebensbedrohliche Erkrankung des . Eine in der gebräuchliche Abkürzung ist AMI (acute